Vor 40 Jahren

Copyright © by HOG Lugosch 2015

Impressum


Home Vorstand Galerie Geschichte Was geschah Sonstiges Gästebuch Links

Was geschah vor 40 Jahren

HOG Lugosch mit zwei Jubiläen im Jahre 2016


Stolze 40 Jahre seit der Gründung der HOG-Lugosch 1976 samt Aufnahme als Mitglied in den Reihen der Landsmannschaft der Banater Schwaben e.V. sowie nicht minder stolze 25 Jahre seit dem Erscheinen des 1. Lugoscher Heimatblattes im Jahre 1991, herausgegeben von Heinrich Lay, sollten im ausgehenden Jahr 2016 nicht unerwähnt bleiben.


Die Vorläufer dieser Gemeinschaft derer in Lugosch Geborenen sowie derer mit Lugosch emotional Verbundenen gehen zurück auf die ersten Nachkriegsjahre des 2.Weltkrieges. In Zahlen ausgedrückt hieße das: Mit Beginn der (19)50-er Jahre. Eine Handvoll Lugoscher Kameraden und Jugendfreunde, die es infolge der Kriegswirrungen, von Gefangenschaft und Deportation nach Deutschland verschlagen hatte, suchten und fanden sich und begegneten sich regelmäßig. Das Gefühl der Zusammengehörigkeit und Heimatverbundenheit waren die Antriebsfedern dafür, sich mindestens einmal im Jahr zu treffen und auszutauschen. Die Schwierigkeiten, Fuß zu fassen in einem fremden Land, das in jenen Jahren mit sich und den Hinterlassenschaften des Krieges mehr als nur beschäftigt gewesen ist, ließen die Betroffenen näher zusammenrücken, Heimweh, Verluste vielfältigster Natur und die Suche nach Halt taten ihr Übriges dazu. So entwickelten sich die regelmäßigen Begegnungen dieser Menschen zu stimmungsvollen, geselligen Anlässen. Alexander Samhammer, die Brüder Hans und Tiberius Holacsek, Ludwig, Oskar und Emmerich Mohilo, Hans Zeitvogel, Franz Thumerer, Karl Richter, Peter Ungar, Hans Kotzky, die Brüder Georg und Josef Wersching zusammen mit ihren Partnerinnen gehörten zum „Harten Ur-Kern“ jener, die vermutlich damals noch unbewusst, den imaginären Grundstein zur Gründung einer Lugoscher Gemeinschaft in Deutschland legten.


Durch Mund zu Mund Propaganda wurde die Schar der Teilnehmer stetig höher und höher, zumal in den Folgejahren viele Deutschstämmige im Rahmen der Familien-zusammenführung Rumänien verließen und in der Bundesrepublik Deutschland eine neue Heimat suchten und auch fanden.


Anfang der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts wurde schließlich auch Frau Edith Anwender Teil dieser Gemeinschaft. Auch wenn die Familie Anwender bereits 1934 beruflich wie auch privat Lugosch den Rücken kehrte und sich in Temeswar niederließ, blieb Edith Anwender ihrer Geburtsstadt stets zutiefst verbunden. In Deutschland angekommen, begann sie damit, alte Kontakte aufzufrischen, neue Kontakte zu knüpfen, Adressen zu sammeln und erste Begegnungen zu organisieren. Gast einer solchen privaten Begegnung Lugoscher Landsleute am 26.Oktober 1974 war auch Josef Komanschek, seines Zeichens damaliger stellvertretender Bundesvorsitzende der 1950 gegründeten Landsmannschaft der Banater Schwaben e.V. Diese organisierte alle zwei Jahre die Banater Heimattage, die ab 1974 in Ulm abgehalten wurden. Josef Komanschek war angetan von der Atmosphäre, vom Engagement und der Leistung Frau Anwenders und versuchte sie davon zu überzeugen, die stetig wachsende Lugoscher Gemeinschaft im Dachverband der “Landsmannschaft der Banater Schwaben aus Rumänien in Deutschland e.V.” zu integrieren. Ein weiteres Treffen fand 1975 statt, an dem Herr Komanschek das Wort ergriff und den Teilnehmern die Vorzüge eines Beitritts erläuterte. Dieser Schritt wollte gut überlegt sein, denn es zeichnete sich ein sehr reger und engagierter Diskussionsbedarf ab. Es wurde schließlich der 6.Juni 1976, der folglich als Geburtsstunde der HOG Lugosch offiziell geführt wird, als im Rahmen der Banater Heimattage die HOG Lugosch namentlich zum ersten Mal in dieser Form in Erscheinung getreten war. Frau Edith Anwender wurde somit auch offiziell zur ersten Vorsitzenden gewählt, nachdem sie im Grunde genommen seit 1971 mit großem Engagement die organisatorischen Belange der kleinen Lugoscher Gemeinschaft bewältigt hatte. Hans Kotzky, in Ulm ansässig, stand Frau Anwender zur Seite und kümmerte sich fortan um die Organisation der “Lugoscher Treffen”. Ein weiteres hoch gestecktes Ziel war eine gut gefüllte und möglichst aktuelle Mitgliederkartei. Der erste 1971 erfasste und in Karteien geführte Personenkreis belief sich auf etwa 45 registrierte Mitglieder. Die Zeiten der elektronischen Datenerfassung und deren Verwaltung befanden sich zu der Zeit noch in den Kinderschuhen und an einen privaten Gebrauch war zu dem Zeitpunkt kaum denkbar. Entsprechend hoch und vor allem sehr zeitintensiv war der Aufwand, den Kontakt zu den Mitgliedern zu halten, zu pflegen und vor allem Rückmeldungen einzufordern. Durchgeführte Postkartenaktionen führten nicht zum erhofften Erfolg. Die Möglichkeiten der elektronischen Post im privaten Rahmen lagen ebenfalls noch in weiter Ferne. Das führte zu einer großen Unsicherheit in den Reihen der Organisatoren und hatte zur Folge, dass die gebuchten Lokalitäten die Zahl der Besucher der “Lugoscher Treffen” schwer bis gar nicht mehr fassen konnten. Entmutigen ließen sich Frau Anwender und ihre Mitstreiter dadurch nicht, im Gegenteil sie haben stets versucht eine Schippe draufzulegen und es mit jeder neuen Herausforderung noch besser zu machen. In der Banater Post vom 15.Juli 1981 kündigte Frau Edith Anwender schließlich ihren Rücktritt an und gab die Stafette an Karl Neumayer weiter. In der Folge übernahmen Oskar Lung 1985, Heinz Günther Küchl 1991, Hans Szeghedi 1999 und Herbert Petri 2015 dieses Amt. Die Lugoscher Treffen fanden nach wie vor alle zwei Jahre in Ulm, im Gasthaus “Ulmer Stuben” statt. Die ohnehin stetig ansteigenden Besucherzahlen und die Ereignisse des Jahres 1989 bescherten der HOG Lugosch im Jahre 1991 ein denkwürdiges Treffen in den mittlerweile räumlich viel zu eng geworden “Ulmer Stuben”, so dass der Vorstand sich gezwungen sah, den darauffolgenden “Lugoscher Treffen” eine neue Heimstätte zu suchen. Die Festhalle in Denkendorf sollte es schließlich werden, wo die Treffen ab 1993 bis einschließlich 2011 stattgefunden haben. Finanzielle Gründe und stark rückläufige Besucherzahlen, haben den Vorstand dazu gezwungen, ein weiteres Mal nach einer geeigneten Lokalität zu suchen. Nach einem Zwischenspiel in Vöhrigen bei Ulm im Jahre 2015 kehrt das Lugoscher Treffen zurück an den Ort, wo alles seinen Anfang genommen hatte: nach Ulm in die “Ulmer Stuben”. Am 23.09.2017 wird dort das nächste “Lugoscher Treffen” stattfinden. Parallel dazu wird traditionsgemäß ein weiteres “Lugoscher Heimatblatt” erscheinen, die Nummer 15/2017. Heinrich Lay wird in gewohnter Manier auch diesmal wieder maßgeblich an der redaktionellen Themenauswahl und deren Umsetzung beteiligt sein. Genauso wie bei den 14 Ausgaben davor auch, deren Nummer 1/1991 vor genau 25 Jahren erschienen war. Diesem Ereignis vorausgegangen war eine Initiative der Landsmannschaft der Banater Schwaben aus dem Jahr 1986, genauer, ein Aufruf an die HOGs, Heimatbücher zu verfassen. Oskar Lung, der damalige HOG-Vorsitzende trat damit an Heinrich Lay heran und bat ihn, diese Idee zu prüfen. Am Lugoscher Treffen vom 20.Mai 1989 trug Heinrich Lay seinen Plan, alle zwei Jahre ein „Lugoscher Heimatblatt“ herausgeben zu wollen, den anwesenden Landsleuten vor und warb um Zustimmung. Das Vorhaben wurde einstimmig angenommen und somit Heinrich Lay grünes Licht für die Umsetzung gegeben. Pünktlich zum „Lugoscher Treffen“ am 25./26.05.1991 erschein somit die Nummer 1 des „Lugoscher Heimatblattes“ mit einer Auflage von 700 Exemplaren.


Was hatten sich die Macher auf die Fahnen geschrieben?


Es sollte in erster Linie nicht nur ein Beitrag, sondern unser Beitrag zur deutschen Kultur werden. Mosaiksteinartige, bunte und vielfältige Aspekte einer knapp zweieinhalb Jahrhunderte dauernden Epoche sollen dokumentieren, was unsere Urgroßväter begonnen, unsere Großväter aufgebaut und weitergeführt und unsere Väter zurücklassen mußten, in einem Land, das vielen von uns keine Zukunft bieten konnte.


Was noch?


Mit diesen Zeitdokumenten soll unsere Verbundenheit zum Ausdruck gebracht werden und es soll vor allem für einen jeden von uns eine Brücke geschlagen werden, getreu dem Humboldt'schen Motto: nur wer seine Vergangenheit kennt, hat auch eine Zukunft. Nicht nur die Heimatverbundenheit soll dadurch wachgehalten werden, sondern auch die vielen Dialekte der unzähligen Sprachinseln jenes Landstriches zwischen Marosch und Donau, wie sie unterschiedlicher nicht hätten sein können, sollten dadurch weitergepflegt und noch möglichst lange am Leben erhalten werden. Wobei der Lugoscher umgangssprachliche Dialekt, das typisch „Lugoscharerische“ sich da schon sehr von den banaterschwäbischen Dialekten der umliegenden deutschen Gemeinden unterscheidet und eher Gemeinsamkeiten zur Sprachfärbung der untergegangenen österreich-ungarischen Donaumonarchie aufweist. Ein Kauderwelsch, wie er charmanter nicht sein könnte, ein Sammelsurium aus deutschen und österreichischen Begriffen, angereichert mit jüdischen Vokabeln und gespickt mit eingedeutschten Wortkreationen aus dem Ungarischen und aus dem Rumänischen. Selbst eine eigene Grammatik konnte sich im Laufe der Jahrzehnte entwickeln und etablieren, was wohl typisch für Umgangssprechen ist.


14 Heimatblätter sind bis zum heutigen Tage erschienen. Sie decken eine breite Palette an Themen und Biographien grosser Ereignisse und namhafter Persönlichkeiten einer Epoche ab, die einen Zeitraum von gut 200 Jahren umfasst. Eine Aufzählung würde den Rahmen hier sprengen. Dafür wäre es umso wichtiger die Leistung derer zu würdigen, die für das bisherige gute Gelingen verantwortlich sind: die Verfasser und die Zurverfügungsteller von Bild- und Textdokumenten sowie spannender Themen, die Helfer und Unterstützer und nicht zuletzt der Initiator all dessen, der Strippenzieher (im positiven Sinn), des Spiritus Rector dieses Projektes, Heinrich Lay. Wie bereits erwähnt, ist die Ausgabe Nr. 15 in Planung und soll pünktlich zum „Lugoscher Treffen“ am 23.09.2017 vorliegen. Wir sind schon alle sehr gespannt und sehen beiden Ereignissen mit grosser Vorfreude entgegen.


Die Vorbereitungen des Heimattreffens, die Gestaltung und die musikalische Umrahmung sowie das Heimatblatt erfordern nach wie vor einen nicht unerheblichen Finanzierungsaufwand. Deswegen an dieser Stelle der Aufruf an unsere Freunde und Mitglieder mit der Bitte um finanzielle Unterstützung.


Die Bankverbindung: Landsmannschaft der Banater Schwaben HOG-Lugosch, Sparkasse Altötting –Mühldorf, IBAN DE09 7115 1020 0031 0696 02


Den Spendern vielen Dank im Voraus. Die Spender sollen im Heimatblatt 15/2017 namentlich erwähnt werden.


Der Vorstand der HOG Lugosch wünscht allen Lugoscher Landsleuten und den Lesern der Banater Post frohe Festtage, einen guten Rutsch ins neue Jahr. Möge das Jahr 2017 uns allen nur Gutes bescheren und der HOG-Lugosch ein Treffen mit reger Beteiligung unserer Landsleute und Freunde.

           

 Bruno Bito